ME/CFS Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom
ME/CFS ist eine komplexe, neuroimmunologische Erkrankung, die den gesamten Organismus betrifft.
Ein zentrales Merkmal ist die sogenannte Post-Exertional Neuroimmune Exhaustion (PENE). Andere Bezeichnungen dafür sind auch PEM (post-exertional malaise) oder einfach Crash.
Dabei kommt es nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome – oft zeitverzögert und über längere Zeit anhaltend.
Häufige Symptome sind:
- ausgeprägte Belastungsintoleranz
- anhaltende, bleierne Erschöpfung (Fatigue), die sich durch Ruhe nicht bessert
- kognitive Einschränkungen – „Brain Fog“
- Schlafstörungen
- Schmerzen
- Überempfindlichkeit gegenüber Reizen
ME/CFS betrifft unter anderem das Zusammenspiel von Nervensystem, Immunsystem und Energieverarbeitung.
Es steht nur wenig Energie zur Verfügung, die Regeneration verläuft stark eingeschränkt und Reize können dadurch nicht adäquat verarbeitet werden.
Mein Ansatz
Mir ist bewusst, dass bei ME/CFS ein behutsamer und individueller Umgang entscheidend ist.
In meiner Arbeit geht es nicht darum, Belastung standardisiert zu steigern oder Symptome zu „überwinden“.
Stattdessen arbeite ich:
- Mit einem achtsamen Umgang mit Belastung (Pacing)
- Mit Intervallbelastung, insbesondere für notwendige Alltagstätigkeiten
- an der Regulation des Nervensystems
- mit Atem- und Körperwahrnehmung – soweit das individuell möglich ist
Regulation des Nervensystems
Regulation des Nervensystems – ja, du hast richtig gelesen.
Ich weiß, dass dieses Thema für viele Betroffene ein absolutes Reizthema ist. Berechtigterweise.
Ich sehe diese Maßnahmen nicht als Wunderwaffe und nicht als Heilansatz.
Vielmehr verstehe ich sie als ergänzendes Werkzeug in deinem individuellen Pacing-Werkzeugkasten.
Regulation des Nervensystems bei ernsthaften Erkrankungen ist kein neues Konzept.
Auch Menschen nach einem Herzinfarkt wird beispielsweise zu Maßnahmen der Nervensystemregulation geraten – nicht, weil dadurch der Herzinfarkt geheilt wird, sondern weil Stressreduktion das Herz entlasten kann.
Ähnlich verstehe ich den Einsatz bei ME/CFS.
Stressreduktion kann zu einer Linderung von Symptomen beitragen und den Alltag erleichtern – ohne die Erkrankung selbst zu heilen.
Es geht dabei nicht darum, Mitochondrien „gesund zu atmen“ oder durch positives Mindset eine Heilung zu erreichen.
Solche Versprechen mache ich nicht.
Stattdessen nutze ich diese Ansätze behutsam und individuell – nur dort, wo sie sinnvoll und verträglich sind.
Alle Schritte orientieren sich an deinem aktuellen Zustand und erfolgen ohne Überforderung.
Ziel der Begleitung ist eine Linderung von Symptomen und eine Stabilisierung im Alltag – nicht die Heilung der Erkrankung.
Eine Heilung kann ich nicht versprechen.
Einordnung
Meine Arbeit orientiert sich an schulmedizinischen Erkenntnissen und am aktuellen Stand der Forschung. Sie versteht sich als ergänzende Begleitung zur Symptomlinderung und Stabilisierung im Alltag.
Schwerstbetroffene
Bei schwerstem Krankheitsverlauf kann der Kontakt und die Anleitung auch über pflegende Angehörige erfolgen.
So kann eine zusätzliche Belastung vermieden und dennoch eine unterstützende Begleitung ermöglicht werden.