chronische Schmerzsyndrome

Vielleicht wirkt es auf den ersten Blick ungewöhnlich, dass bei LongCovidReboot auch chronische Schmerzsyndrome ein Thema sind.
Der Grund liegt im Behandlungsansatz: In vielen Bereichen zeigen sich ähnliche Mechanismen – insbesondere im Zusammenspiel von Nervensystem, Wahrnehmung und Belastungsregulation.

Bei bestimmten chronischen Schmerzsyndromen lassen sich keine eindeutigen strukturellen Ursachen finden. Eine ärztliche Abklärung ist hier vorab unerlässlich.

Dazu gehören unter anderem:

  • Fibromyalgie
  • chronische Kopfschmerzen und einige Formen von Migräne
  • anhaltende muskuläre Schmerzen
  • Gesichtsschmerzen
  • unspezifische Rückenschmerzen
  • unspezifische Bauchschmerzen

Es ist mir sehr wichtig zu betonen, dass diese Schmerzen nicht „eingebildet“ sind! Vielmehr hat sie dein Gehirn gelernt. Darin liegt ein großer Unterschied.

In meiner Arbeit geht es darum, neue Erfahrungen im Umgang mit dem Körper zu ermöglichen.
Diese sogenannten Korrekturerfahrungen können dem Nervensystem helfen, alte Muster zu verändern.

Konkret bedeutet das:

  • Arbeit mit der Körperwahrnehmung
  • Regulation des Vegetativums
  • behutsame Annäherung an Bewegung und Empfindung

Schmerzverarbeitung und Pain Reprocessing Therapy (PRT)

Bei einigen chronischen Schmerzsyndromen spielt nicht nur das Gewebe selbst eine Rolle, sondern auch die Art und Weise, wie Schmerz im Nervensystem verarbeitet wird. In diesem Zusammenhang wird häufig vom sogenannten Schmerzgedächtnis gesprochen.

Ein Ansatz, der hier zunehmend Beachtung findet, ist die Pain Reprocessing Therapy (PRT), unter anderem geprägt durch Alan Gordon und Howard Schubiner. Dabei geht es darum, die Verarbeitung von Schmerz im Gehirn zu verändern und neue, sichere Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu ermöglichen.

In einer randomisierten Studie mit Menschen mit chronischen Rückenschmerzen ohne klare strukturelle Ursache berichteten etwa zwei Drittel der Teilnehmenden nach der Behandlung über Schmerzfreiheit oder nahezu Schmerzfreiheit. Die Verbesserungen blieben auch im Verlauf bestehen.

Diese Ergebnisse zeigen, dass sich Schmerzverarbeitung verändern kann. Sie bedeuten jedoch nicht, dass dieser Ansatz bei allen Menschen wirkt oder eine Heilung garantiert.

In meiner Arbeit nutze ich ausgewählte Elemente dieses Ansatzes als Ergänzung. Dabei geht es vor allem darum, behutsam Korrekturerfahrungen zu ermöglichen und die Wahrnehmung von Sicherheit im Körper zu fördern. Alle Schritte erfolgen individuell und ohne Druck.

Ziel ist eine mögliche Linderung von Symptomen und mehr Erleichterung im Alltag – nicht ein Heilversprechen.


(Ashar, Y. K., Gordon, A., Schubiner, H., et al.
Effect of Pain Reprocessing Therapy vs Placebo and Usual Care for Patients With Chronic Back Pain: A Randomized Clinical Trial.)

Die Beratung richtet sich an Menschen, bei denen keine klar behandelbare körperliche Ursache im Vordergrund steht.
Bei unklaren oder neuen Beschwerden sollte immer eine medizinische Abklärung erfolgen.


Wenn du dich in diesen Beschreibungen wiedererkennst, melde dich gerne.